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Datenvernichtung
Einleitung
In Zeiten des gläsernen Menschen, scheint es immer wichtiger zu sein, wenigstens seine eingenen heimischen Daten unter Kontrolle zu haben.
In einigen Computerzeitschriften, und Fernsehsendungen wurde bereits auf die Problematik des Verkaufs von gebrauchten Datenträgern (speziell Festplatten) eingegangen.
Ein einfaches Löschen oder Formatieren reicht nicht aus, um alle Daten unwiederruflich zu löschen. In den meißten Fällen können fast alle und damit natürlich auch die sensiblen Daten wiederhergestellt werden.
Um nicht weiter um den heißen Brei zu reden: sehen wir uns zunächst ein Programm an welches sicheres Löschen bewerkstelligen kann.
Die Wahl fällt auf "shred".
Bevor wir anfangen:
!!! ACHTUNG !!!
Dies ist eine ausdrückliche Warnung, das hier vorgestellte Programm ist kein Spielzeug !!!
Für Fehler in der Beschreibung (manpages, help), diesem Artikel, oder falsche Benutzung wird keine Haftung
übernommen !!!
Funktionsweise von shred
shred ist ein Programm, welches Daten durch mehrfaches Überschreiben beseitigt. Um verschiedene Löschvorgänge besser verstehen zu können sind rudimentäre Kenntnisse von Dateisystemen hilfreich.
Das FAT-Dateisystem als Beispiel: FAT steht für File Allocation Table, dies beschreibt quasi schon die Funktionsweise;
In einer Art Tabelle stehen alle Dateinamen, und eine Addressstruktur. Es lässt sich eine Analogie zu einer Bibliothek aufstellen:
Die Bücher in der Bibliothek stehen als Symbol für Dateien, die Regale stehen für Ordner.
Der Bibliothekar, bzw. seine Bücherliste stehen dann quasi für das FAT.
Suchen wir nun ein Buch fragen wir höflich beim Bibliothekar, oder sehen in seine Liste nach.
Einem Löschen im Herkömmlichen sinne kommt es gleich ein Buch von der Liste zu radieren/streichen, ohne es dabei aus dem Regal zu nehmen.
Das bedeutet, dass das Buch natürlich noch da ist, aber jemand der in der Liste nachsieht, findet es dort nicht.
Im Vergleich zum herkömmlichen Löschen geht shred anders vor; es knöpft sich eigentlich nur den Inhalt der Dateien vor, um bei der Analogie zu bleiben:
shred sucht sich zuerst das entsprechende Buch, schlägt es auf, löscht den Inhalt, und schreibt anderen Inhalt (Zufallsdaten) darüber, dies kann es beispielsweise so lange tun bis man gar nichts mehr erkennt.
Wie sieht es nun mit dem wiederherstellen der Daten aus ? Spielen wir die Fälle mit Hilfe der Analogie nochmals durch:
Wurde "normal" gelöscht, so kann man sich einfach die "Mühe machen", und durch die gesammte Bibliothek gehen, und Regal für Regal nach dem Buch absuchen.
Wenn shred verwendet wurde, muss man auch erst nach dem Buch suchen, doch wenn man es findet und aufschlät sieht man darin nur sinnloses "Gekrakel", aber nicht die Informationen die man wollte.
Installation von shred unter debian Linux
Da shred schon in jeder Grundinstallation enthalten ist, muss kein zusätzliches Packet installiert werden.
Anwendung
Zunächst lohnt es sich fast immer einen Blick in die man-pages eines neuen Packetes zu werfen. Hier reicht auch ein
"shred --help", um herauszufinden mit welchen Optionen bzw. Parametern das Programm arbeiten kann.
Shred Parameter
debian:~# shred --help
Usage: shred [OPTIONS] FILE [...]
Overwrite the specified FILE(s) repeatedly, in order to make it harder
for even very expensive hardware probing to recover the data.
Mandatory arguments to long options are mandatory for short options too.
-f, --force change permissions to allow writing if necessary
-n, --iterations=N Overwrite N times instead of the default (25)
-s, --size=N shred this many bytes (suffixes like K, M, G accepted)
-u, --remove truncate and remove file after overwriting
-v, --verbose show progress
-x, --exact do not round file sizes up to the next full block;
this is the default for non-regular files
-z, --zero add a final overwrite with zeros to hide shredding
--help display this help and exit
--version output version information and exit
Die wichtigsten Parameter sind schon hervorgehoben:
-
mit -n bzw. --iterations=N kann festgelegt werden, die oft shred die Daten überschreiben soll.
-
-u bzw. --remove veranlasst shred dazu nach dem Überschreiben des Inhalts, auch noch die Datei an sich zu entfernen.
Ansonsten w&uul;rde die Datei scheinbar noch existieren, aber Ihr Inhalt ist zerstört, dies könnte zu Missverständnissen führen.
-
-v bzw. --verbose bringt shred dazu Details über den akutellen Status anzugeigen: wie oft wurden die Daten überschrieben, und bei wieviel Prozent ist der Fortschritt des aktuellen Überscheibervorgangs.
Genug der Theorie, nun zu einigen Beispielen.
Beispiel 1: Ein Test um das Programm kennen zu lernen
Zuerst erstellen wir eine Datei:
Datei erstellen mit touch
debian:~# touch shred.test
debian:~#
Und befüllen sie mit einem beliebigen Editor mit Inhalt.
Datei mit echo befüllen
debian:~# echo Dies ist eine Testtext. > shred.test
debian:~#
Nun prüfen wir ob der Inhalt auch so in der Datei steht
Datei sicherheitshalber zum Test auslesen
debian:~# cat shred.test
Dies ist ein Testtext.
debian:~#
Jetzt ist es an der Zeit die Datei zu shredden
Datei shredden mit shred
debian:~# shred -v shred.test
shred: shred.test: pass 1/25 (random)...
shred: shred.test: pass 2/25 (888888)...
shred: shred.test: pass 3/25 (aaaaaa)...
shred: shred.test: pass 4/25 (eeeeee)...
shred: shred.test: pass 5/25 (111111)...
shred: shred.test: pass 6/25 (cccccc)...
shred: shred.test: pass 7/25 (666666)...
shred: shred.test: pass 8/25 (924924)...
shred: shred.test: pass 9/25 (222222)...
shred: shred.test: pass 10/25 (333333)...
shred: shred.test: pass 11/25 (6db6db)...
shred: shred.test: pass 12/25 (777777)...
shred: shred.test: pass 13/25 (random)...
shred: shred.test: pass 14/25 (db6db6)...
shred: shred.test: pass 15/25 (555555)...
shred: shred.test: pass 16/25 (999999)...
shred: shred.test: pass 17/25 (000000)...
shred: shred.test: pass 18/25 (bbbbbb)...
shred: shred.test: pass 19/25 (dddddd)...
shred: shred.test: pass 20/25 (b6db6d)...
shred: shred.test: pass 21/25 (249249)...
shred: shred.test: pass 22/25 (444444)...
shred: shred.test: pass 23/25 (ffffff)...
shred: shred.test: pass 24/25 (492492)...
shred: shred.test: pass 25/25 (random)...
debian:~#
Wie man an der Ausgabe sieht wird die Datei 25 Mal mit Daten überschieben.
Jetzt können wir zur Sicherheit erneut den Inhalt der Datei begutachten.
Datei sicherheitshalber zum Test auslesen
debian:~# cat shred.test
"G��n�[G�e�"��Ǧу��88��0ռ�y6�LL0$�<�5�/g?b��y�����)d�c�
-O�i|�� �ǝܣ���Q !���-�ܷ��@La�5���,�^�7P�w�S���0�19��}�d�&
┤D£¹Øúá┐␉H²Âñ2û¼Vй´'*P ßô;
ÐDýYå─ýÜ
┌L�**�-9�/�F±├┤SÑ┐Úª@®
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Ç┤Ã␋¤␊│¸├£à␉2(┬┘2␍öO[%§ë7«þ;/
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debian:~#
Das Ergebnis ist zufriedenstellend. Der Inhalt der Datei wurde wirklich überschrieben. Vom ursprünlichen Inhalt ist definitiv nichts mehr zu erkennen !
Widmen wir uns nun praxisnäheren Beispielen.
Beispiel 2: Gesammte Festplatte shredden
Dieses Beispiel ist sicher empfehlenswert, wenn man vor hat eine seiner Festplatten nach gebrauch weiterzuverkaufen.
Es reicht im Normalfall aus die Daten 1 Mal zu überschreiben. Mehrfaches überschreiben macht die Daten nachhaltig unzugänglich, d.h. auch mit Spezialgeräten ist das Wiederherstellen der Daten nicht mehr möglich.
Das shredden vor dem Verkauf vernichtet nicht nur sensible Daten, sondern zeigt gleichzeitig auch, ob die Festplatte noch in Ordnung ist. Bei andauernden Schreib/Lese fehlern, ist klar, die Festplatte ist nicht mehr zu gebrauchen.
In so einem Fall, gibt es nur noch eine Möglichkeit die noch vorhandenen Daten zu vernichten, dazu muss das Laufwerk (achtung vorher vom Netz nehmen, und alles abstecken) geöffnet werden, dann kann man die empfindlichen Scheiben auf denen die Daten
magnetisch abgespeichert sind wahlweis mit Schmirgelpapier, einer Flex oder sonstigem Werkzeug fürs grobe klein gemacht werden.
Umgekehrt macht es auch sinn Festplatten die man gebraucht gekauft hat vor Benutzung per shred low-level zu formatieren.
Somit werden zusätzlich zu unerwünschten Daten vom Vorgänger auch Viren, Würmer und sonstige schädliche Software beseitigt.
... to be continued ...
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